Verloren im Scrollen – wie digitale Medien unsere Aufmerksamkeit rauben

Von Daria Stoian, Alina Fromm, Merjema Kasumović & Ladina Garzotto / Kantonsschule Limmattal / November 2025

 

Höchstwahrscheinlich wirst du diesen Artikel nicht zu Ende lesen. Vielleicht machst du nebenbei noch etwas anderes, wirst abgelenkt oder bist schnell gelangweilt. Aber warum fällt es uns heute schwerer, uns lange zu konzentrieren? Verschlechtert sich unsere Aufmerksamkeitsspanne tatsächlich und steht das im Zusammenhang mit den digitalen Medien?

Die Aufmerksamkeitsspanne ist die Zeit, in der man sich wirklich nur auf eine Sache konzentrieren kann. Viele Studien zeigen, dass digitale Medien unsere Aufmerksamkeit stark beeinflussen. Im Artikel «The mere presence of a smartphone reduces basal attentional performance» von «Scientific Reports» wird aufgezeigt, dass schon allein die Nähe eines Smartphones oft reicht, um die Aufmerksamkeit zu beeinträchtigen. Dies liegt an den ständig möglichen Ablenkungen rund um das Smartphone.

Auch im Artikel «Macht Social Media unsere Konzentration kaputt?» von «Quarks» wird ähnliches berichtet: Handys, Computer und andere digitale Medien haben einen sichtbaren Einfluss auf die Aufmerksamkeit. Die Inhalte werden immer kürzer und schneller, während sich unser Gehirn daran anpasst. Es wurde herausgefunden, dass ständiges Hin- und Herwechseln zwischen Aufgaben, sogenanntes Multitasking, sogar einen kleinen Belohnungseffekt auslösen kann. Das zeigt, dass unsere Aufmerksamkeit nicht unbedingt schlechter, sondern flexibler wird.

Dabei spielt Dopamin eine zentrale Rolle. Schon die kleinste Benachrichtigung aktiviert das Belohnungssystem in unserem Gehirn und schüttet Dopamin aus, welches für ein gutes Gefühl sorgt. Dabei kommt es nicht darauf an, von welchem Medium der Input kommt. Schon die Erwartung eines positiven Gefühls kann dazu führen, das Handy zu benutzen. Ausserdem hängt die Aufmerksamkeitsspanne laut des Artikels «Konzentrationsspanne» im «Online-Lexikon für Psychologie und Pädagogik» stark von Alter, Interesse und Persönlichkeit ab.

Ältere Befragte kritisieren Umgang mit digitalen Medien

Diagramm mit Auswertung der Umfrage.

An einer Umfrage zur Aufmerksamkeitsspanne mit Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen der Kantonsschule Limmattal ergaben sich spannende Ergebnisse. Aus diesen lässt sich ein Diagramm erstellen, das die Konzentration der Befragten auf einer Skala von 1 bis 10 sowie die durchschnittliche Bildschirmzeit pro Tag zeigt.

Im Durchschnitt ergab die Umfrage, dass Menschen, die eine höhere Bildschirmzeit haben, weniger aufmerksam sind. Viele Befragte gaben an, dass sie schnell von längeren Gesprächen, Filmen oder Büchern gelangweilt sind und den Dopaminausstoss in digitalen Geräten, unter anderem in den sozialen Medien, suchen.

Die älteren Befragten kritisierten, dass der Umgang mit digitalen Medien in der heutigen Zeit übertrieben werde. Gleichzeitig erkennen sie jedoch an, dass man sich dem kaum entziehen kann und dass man daher lernen muss, damit zu leben.


So holst du dir deine Aufmerksamkeit zurück

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen man seine Konzentrationsspanne verbessern und trainieren kann. Zum Beispiel sollte man weniger Zeit mit dem Handy verbringen und stattdessen mehr lesen, um das Gehirn auf längere Aktivitäten zu trainieren. Ausserdem hilft es, sich jeweils nur auf eine Sache zu fokussieren und kein Multitasking zu betreiben. Auch beruhigende Musik, Tee und regelmässiger Sport können einen positiven Effekt auf unsere Aufmerksamkeit haben.

Zurück
Zurück

Faul? Von wegen!

Weiter
Weiter

Latein – ein Fach ohne Zukunft?