Faul? Von wegen!

Von Linn Rudhe, Selma Enzler, Elin Schmid & Livia Simonet / Kantonsschule Limmattal / November 2025

 

Immer wieder heisst es, Jugendliche seien unsportlich. Doch aktuelle Zahlen der Kantonsschule Limmattal widerlegen dieses Vorurteil deutlich.

Bild: Sportanlage der Kantonsschule Limmattal

 

Die Notentabellen in Sport werden an der Kantonsschule Limmattal (KSL) immer weiter nach unten gesetzt. Die Gesellschaft denkt, dass die Jüngeren keinen Sport mehr machen und den ganzen Tag nur zu Hause am Handy sind. Eine Umfrage mit den Schülerinnen und Schülern der KSL sowie Befragungen von Lehrpersonen zeigen, dass die Wahrheit anders aussieht.

Eine Sportlehrerin am Urdorfer Gymnasium erzählt von ihrer langjährigen Erfahrung. Ihrer Meinung nach ist die Leistung nicht merklich gesunken. In den letzten Jahren gab es an der Schule häufig Anpassungen der Notentabelle, besonders in der Leichtathletik. Es muss weniger Leistung erbracht werden, um eine gute Note zu erreichen. Dies aber laut dieser Lehrperson der Kantonsschule nicht wegen schlechter werdenden Ergebnissen der Schülerschaft, sondern eher aus psychologischen Gründen. Man will als Fachschaft den Schülerinnen und Schülern, die sich bemühen, eine entsprechende Belohnung geben.

Auf die Frage, ob die Motivation und die Bereitschaft der Jugendlichen weniger wurden, berichtet die Lehrerin, dass ein bisschen Nörgelei auch schon früher dazu gehörte. Es sei völlig normal, dass die Schülerinnen und Schüler mehr Begeisterung zeigen, wenn es ums Spiel geht, als wenn Weitsprung oder Speerwurf auf dem Programm stehen. Die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten würden also nicht unbedingt fauler, sondern zeigten an einigen Sportarten einfach mehr Interesse als an anderen. Auch die Motivation und das Können, das vom Freizeitsport kommt, fliesst in den Sportunterricht mit ein.

Eine Umfrage von mehr als 280 Gymnasiastinnen und Gymnasiasten der KSL hat gezeigt, dass über 80 Prozent der Befragten aus allen Stufen in der Freizeit ein sportliches Hobby betreiben. Rund die Hälfte davon sogar mehr als zweimal die Woche. Viele Schülerinnen und Schüler treiben Sport als Ausgleich zum Alltag, zum Spass und für das gute Körpergefühl.

Nur 16 Prozent der Befragten machen nicht regelmässig Sport, da ihnen die Schule keine Zeit dazu lässt. Die Hausaufgaben, das Lernen für Prüfungen und die langen Schultage zerren an der Energie. Aber auch diese Schülerinnen und Schüler haben eigentlich das Interesse, mehr Sport zu treiben.

Viele Schülerinnen und Schüler äussern, dass sie sich ein motivierenderes Umfeld im Schulsport sowie in Vereinen wünschen. Sie würden lieber einen grösseren Wert auf Teamgeist legen statt auf Leistung. Es ist im Jugendalter ungewöhnlich, ein neues Hobby anzufangen, und somit haben viele nicht den Mut und die Motivation dazu. Es braucht viel Überwindung, zu einer Anfängergruppe zu stossen, da die Sportlerinnen und Sportler dort oftmals viel jünger sind.

Die heutigen Jugendlichen sind also alles andere als faul: Sie sind weiterhin im Sport tätig, egal ob in der Freizeit oder der Schule.

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