Regional einkaufen – nachhaltig oder Luxus?

Von Noé Amstad, Lars Miró Hoppe, Daniel Negri & Timo Schreiber / Kantonsschule Limmattal / November 2025

 

Kein Begriff wird in Supermärkten so gross beworben wie «regional». Doch was steckt dahinter? Sind regionale Produkte auch gleich nachhaltig?


Viele Menschen wollen regional einkaufen, doch wieso kaufen nur wenige Kunden in Hofläden ein? Einerseits sind regionale Produkte meistens teurer als importierte Waren, andererseits sind Hofläden nicht sehr verbreitet.

Der Begriff «regional» ist in der Schweiz nicht geschützt und hat bei jedem Label eine andere Bedeutung. Zum Beispiel müssen beim Migros-Label «Aus der Region. Für die Region.» nichtzusammengesetzte Produkte vollständig aus der Region stammen und zusammengesetzte Produkte zu mindestens 75%. Welcher Umkreis als «Region» bezeichnet wird, wird von der Migros selbst bestimmt.

Labels wie dieses können irreführend sein, da die Produkte meist trotz des Labels mehrere Stunden Transportwege hinter sich haben. Zwar sind die Produkte nachhaltiger als jene aus Übersee, doch vermitteln die Labels ein falsches Bild. Wenn man wirklich wissen will, woher Produkte kommen und wie sie hergestellt werden, ist man bei Hofläden besser aufgehoben.

Um mehr über nachhaltige und regionale Produkte zu erfahren, haben wir zwei Hofläden in Dietikon und Urdorf besucht. Dafür haben wir mit dem Inhaber von «Grob’s Hofladen» in Urdorf gesprochen, der uns von seinen Erfahrungen berichtet hat.


«Grob’s Hofladen» mit seinen hofeigenen Produkten / Bild: Lars Miro Hoppe

Bräm Hofladen für den Herbst dekoriert / Bild: Daniel Negri


Auf die Frage, wieso man in Hofläden einkaufen sollte, antwortete er wie folgt: «Die Personen, die bei uns einkaufen, wissen, dass die Produkte aus unserem Hof stammen und dass keine komplizierten Maschinen für die Verarbeitung verwendet wurden. Jedoch sind nicht alle hier verkauften Produkte hofeigen: Manche stammen von naheliegenden Höfen oder aus der Region, aber im Winter müssen wir mehr Waren aus dem Süden importieren lassen, weil es hier zu kalt ist, um irgendetwas anzubauen.»

Wir erkundigten uns ausserdem über die Herausforderungen eines Hofladenbesitzers: «Das Hauptproblem ist das Wetter», erklärte Grob. «Wenn es zu starkem Niederschlag kommt, dann sind die Freilandprodukte ausgeliefert. Mittlerweile haben wir zwar auch einige Gewächshäuser und Maschinen, doch sie sind nicht genug, um mit der Konkurrenz aus dem Ausland mitzuhalten.»

Zuletzt fragten wir Grob, ob er meine, dass Hofläden eine Zukunft haben. Darauf antwortete er: «Ich denke, Hofläden werden in der Zukunft nicht verschwinden, denn viele Leute kaufen gern regional ein, auch wenn der regionale Gedanke nicht allzu günstig ist und viele sich den nicht leisten können. Wie es mit den Hofläden weitergeht, hängt auch stark vom Bund und dessen Entscheidungen ab.»

Hofeigene Kürbisse von «Grob’s Hofladen» / Bild: Noé Amstad

«Grob’s Hofladen» bietet viele saisonale Produkte an, jetzt im Herbst gibt es eine grosse Aus- wahl an selbst angebauten und unbehandelten Kürbissen.

Zusätzlich befragten wir beim Hofladen Bräm in Dietikon eine Kundin, die regelmässig dort einkauft. Sie lebt seit über 50 Jahren in der Nähe des Hofladens und habe schon beim Bauern eingekauft, bevor es einen richtigen Hofladen gegeben habe. Am liebsten sei es ihr, wenn es im Hofladen nur Produkte gebe, die auf dem Bräm Hof produziert würden. Es gebe viele regionale Produkte im Laden, doch leider fehle die Information, von welchem Hof die Produkte kämen. Auch würden Produkte von Übersee angeboten wie Bananen, Mangos oder Avocados, welche nicht Bio seien. Sie gehe auch in der Migros einkaufen, doch am liebsten kaufe sie hier das Fleisch vom Hof, welches sehr gut sei.

Wenn aber nachhaltige Produkte kaufen so einfach wäre, dann würden wir schon lange nur noch bei Bauernhöfen einkaufen. Grosskonzerne importieren Waren aus dem Ausland, damit auch nicht saisonale Produkte gewährleistet werden. Viele Menschen möchten nicht auf den Sommer warten, um Erdbeeren zu essen oder auf den Herbst für Äpfel. Import ist auch einfach billiger. Nicht nur für den Konzern, sondern auch für den Konsumenten. Ein schneller Preisvergleich zeigt den konkreten Preisunterschied: Zum Beispiel kostet ein Zopf in der Migros 3.60 Franken und der hofeigene Zopf bei «Grobs Hofladen» 6.50 Franken. Ein regionaler Apfel in der Migros kostet 2.80 Franken pro Kilo und die des Hofladens Bräm 3.30 Franken pro Kilo.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich lohnt, regional einzukaufen, auch wenn die Nachhaltigkeit nicht garantiert ist, weil man weiss, wo die Produkte hergestellt und wie sie angebaut werden. Es ist teuer und nicht jeder kann es sich leisten. Die Hofläden können auch nicht das ganze Jahr über nur lokale Produkte anbieten, deshalb ist es wichtig, dass man auch saisonal einkauft.

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